Modalverben sind besondere Verben der deutschen Sprache. Sie werden häufig zusammen mit einem anderen Verb verwendet und verändern dessen Bedeutung.
Mit Modalverben kann man zum Beispiel eine Fähigkeit, Möglichkeit, Notwendigkeit, Verpflichtung, Erlaubnis, Absicht oder einen Wunsch ausdrücken.
Zu den wichtigsten Modalverben im Deutschen gehören müssen, können, dürfen, sollen, wollen und mögen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Modalverben verwendet und konjugiert werden und welche Satzstellung dabei gilt.
Was sind Modalverben?
Modalverben werden häufig zusammen mit einem Hauptverb verwendet. Das Modalverb wird konjugiert, während das Hauptverb im Infinitiv steht.
Beispiele:
- Ich muss heute arbeiten.
- Sie kann sehr gut schwimmen.
- Wir dürfen hier parken.
Das Modalverb steht im Hauptsatz normalerweise an zweiter Position. Das Hauptverb steht als Infinitiv am Satzende.
Welche Modalverben gibt es im Deutschen?
Die wichtigsten Modalverben sind:
| Modalverb | Typische Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| müssen | Notwendigkeit, Verpflichtung | Ich muss arbeiten. |
| können | Fähigkeit, Möglichkeit | Ich kann schwimmen. |
| dürfen | Erlaubnis, Verbot | Du darfst gehen. |
| sollen | Auftrag, Empfehlung, Erwartung | Du sollst lernen. |
| wollen | Absicht, Wille | Wir wollen reisen. |
| mögen | Vorliebe | Ich mag Kaffee. |
Wie ist die Satzstellung mit Modalverben?
Im Hauptsatz steht das konjugierte Modalverb normalerweise an zweiter Position. Das Hauptverb steht im Infinitiv am Ende.
Beispiele:
- Ich muss heute länger arbeiten.
- Du kannst sehr gut Deutsch sprechen.
- Wir wollen morgen nach Berlin fahren.
Merksatz:
Subjekt + Modalverb + weitere Satzteile + Hauptverb im Infinitiv
Beispiel:
- Sie darf heute länger bleiben.
Wie verwendet man müssen?
Müssen drückt eine Notwendigkeit oder Verpflichtung aus.
Beispiele:
- Ich muss morgen früh aufstehen.
- Wir müssen für die Prüfung lernen.
- Er muss heute arbeiten.
In der Vergangenheit:
- Wir mussten gestern lange arbeiten.
Wichtig ist der Unterschied bei der Verneinung:
- Du musst nicht kommen. → Es ist nicht notwendig.
„Nicht müssen“ bedeutet also nicht Verbot, sondern fehlende Notwendigkeit.
Wie verwendet man können?
Können drückt eine Fähigkeit oder eine Möglichkeit aus.
Beispiele:
- Ich kann schwimmen.
- Sie kann sehr gut Deutsch sprechen.
- Wir können heute Abend kommen.
In der Vergangenheit:
- Ich konnte gestern nicht kommen.
Wie verwendet man dürfen?
Dürfen drückt eine Erlaubnis aus. Zusammen mit „nicht“ kann es ein Verbot ausdrücken.
Beispiele:
- Du darfst jetzt gehen.
- Wir dürfen hier parken.
- Ihr dürft nicht rauchen.
In der Vergangenheit:
- Meine Schwester durfte gestern nicht allein ausgehen.
Wie verwendet man sollen?
Sollen kann einen Auftrag, eine Empfehlung oder eine Erwartung ausdrücken.
Beispiele:
- Du sollst deinem Bruder helfen.
- Der Arzt sagt, ich soll mehr trinken.
- Wir sollen morgen um acht Uhr kommen.
In der Vergangenheit:
- Ich sollte gestern meinen Arzt anrufen.
Wie verwendet man wollen?
Wollen drückt einen starken Wunsch, einen Willen oder eine Absicht aus.
Beispiele:
- Ich will Deutsch lernen.
- Wir wollen im Sommer reisen.
- Sie will Ärztin werden.
In der Vergangenheit:
- Gestern wollte meine Mutter einen Kuchen backen.
Wie verwendet man mögen?
Mögen drückt häufig eine Vorliebe aus.
Beispiele:
- Ich mag Kaffee.
- Er mag kein Gemüse.
- Wir mögen italienisches Essen.
Anders als bei den anderen Modalverben steht „mögen“ in dieser Bedeutung häufig direkt mit einem Nomen.
Wenn man höflich einen Wunsch ausdrücken möchte, verwendet man häufig möchten:
- Ich möchte einen Kaffee.
- Wir möchten nach Berlin fahren.
„Möchten“ wird im Deutschunterricht häufig zusammen mit den Modalverben behandelt, ist grammatisch jedoch eine Form des Konjunktivs II von „mögen“.
Wie werden Modalverben konjugiert?
Modalverben im Präsens
| Person | müssen | können | dürfen | sollen | wollen | mögen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ich | muss | kann | darf | soll | will | mag |
| du | musst | kannst | darfst | sollst | willst | magst |
| er / sie / es | muss | kann | darf | soll | will | mag |
| wir | müssen | können | dürfen | sollen | wollen | mögen |
| ihr | müsst | könnt | dürft | sollt | wollt | mögt |
| sie / Sie | müssen | können | dürfen | sollen | wollen | mögen |
Besonderheiten in der 1. und 3. Person Singular
Bei vielen Modalverben haben die 1. und 3. Person Singular im Präsens dieselbe Form.
Beispiele:
- ich kann / er kann
- ich muss / sie muss
- ich darf / es darf
- ich will / er will
Modalverben im Präteritum
Modalverben werden in der Vergangenheit sehr häufig im Präteritum verwendet.
| Infinitiv | Präteritum | Beispiel |
|---|---|---|
| müssen | musste | Ich musste arbeiten. |
| können | konnte | Ich konnte nicht kommen. |
| dürfen | durfte | Sie durfte länger bleiben. |
| sollen | sollte | Er sollte den Arzt anrufen. |
| wollen | wollte | Wir wollten nach Berlin fahren. |
| mögen | mochte | Als Kind mochte ich keinen Kaffee. |
Häufige Fehler bei Modalverben
- Hauptverb nicht im Infinitiv:
❌ Ich kann Deutsch spreche.
✅ Ich kann Deutsch sprechen. - Falsche Stellung des Hauptverbs:
❌ Ich muss arbeiten heute.
✅ Ich muss heute arbeiten. - „nicht müssen“ und „nicht dürfen“ verwechseln:
Du musst nicht kommen. → Es ist nicht notwendig.
Du darfst nicht kommen. → Es ist nicht erlaubt. - „mögen“ und „möchten“ verwechseln:
Ich mag Kaffee. → Vorliebe
Ich möchte einen Kaffee. → höflicher Wunsch
Übungen zu Modalverben
Ergänzen Sie das passende Modalverb in der richtigen Form.
- Gestern ______ meine Mutter einen Kuchen backen. (wollen)
- Wir ______ gestern nicht den ganzen Tag im Büro sein. (müssen)
- Meine Schwester ______ gestern nicht allein ausgehen. (dürfen)
- Ich ______ heute Abend kommen. (können)
- Du ______ deinem Bruder helfen. (sollen)
- Er ______ kein Gemüse. (mögen)
Lösungen:
- wollte
- mussten
- durfte
- kann
- sollst
- mag
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