Pronominaladverbien sind ein wichtiger Bestandteil der deutschen Grammatik. Sie verbinden ein Adverb wie da- oder wo- mit einer Präposition und können dadurch auf Sachen, Sachverhalte oder Situationen verweisen.
Typische Pronominaladverbien sind zum Beispiel darauf, daran, damit, darüber, worauf und womit.
Sie helfen dabei, Wiederholungen zu vermeiden und Sätze natürlicher und kürzer zu formulieren.
Beispiel:
- Ich warte auf den Bus. → Ich warte darauf.
- Worauf wartest du? → Ich warte darauf.
Was sind Pronominaladverbien?
Pronominaladverbien bestehen in der Regel aus da- oder wo- und einer Präposition.
Sie beziehen sich normalerweise auf Sachen, Sachverhalte oder Situationen, nicht auf Personen.
Beispiele:
- Ich denke an die Prüfung. → Ich denke daran.
- Wir sprechen über das Problem. → Wir sprechen darüber.
- Sie arbeitet mit dem neuen Programm. → Sie arbeitet damit.
Mit wo- werden häufig Fragen gebildet:
- Woran denkst du?
- Worüber sprecht ihr?
- Womit arbeitest du?
Wie bildet man Pronominaladverbien?
da- + Präposition
Mit da- verweist man auf eine Sache, einen Sachverhalt oder eine Situation, die bereits bekannt ist oder genannt wurde.
Beispiele:
- mit → damit
- für → dafür
- bei → dabei
- von → davon
- zu → dazu
wo- + Präposition
Mit wo- fragt man nach einer Sache, einem Sachverhalt oder einer Situation.
Beispiele:
- mit → womit
- für → wofür
- bei → wobei
- von → wovon
- zu → wozu
dar- und wor- vor einem Vokal
Beginnt die Präposition mit einem Vokal, wird zwischen da beziehungsweise wo und der Präposition ein r eingefügt.
Beispiele:
- an → daran / woran
- auf → darauf / worauf
- über → darüber / worüber
- unter → darunter / worunter
- in → darin / worin
Wann verwendet man da- und wo-?
da- wird verwendet, wenn man sich auf etwas bereits Bekanntes bezieht.
Beispiel:
- Ich freue mich auf den Urlaub.
- Ich freue mich darauf.
wo- wird verwendet, wenn man nach einer Sache oder einem Sachverhalt fragt.
Beispiel:
- Worauf freust du dich?
- Ich freue mich auf den Urlaub.
Pronominaladverbien bei Sachen und Situationen
Pronominaladverbien werden vor allem verwendet, wenn sich eine Präposition auf eine Sache, einen Sachverhalt oder eine ganze Situation bezieht.
Beispiele:
- Ich interessiere mich für das Thema. → Ich interessiere mich dafür.
- Sie denkt an ihre Prüfung. → Sie denkt daran.
- Wir sprechen über das Ergebnis. → Wir sprechen darüber.
- Er arbeitet mit dem Programm. → Er arbeitet damit.
Wie spricht man über Personen?
Bei Personen verwendet man normalerweise kein Pronominaladverb. Stattdessen steht die Präposition zusammen mit einem Personalpronomen oder Relativpronomen.
Beispiele:
- Ich spreche mit Anna. → Ich spreche mit ihr.
- Ich warte auf meinen Bruder. → Ich warte auf ihn.
- Das ist die Frau, mit der ich gesprochen habe.
- Das sind die Kinder, um die sie sich kümmert.
Nicht richtig wäre in diesen Fällen:
- ❌ Ich spreche damit. (wenn eine Person gemeint ist)
- ❌ Die Kinder, worum sie sich kümmert.
Häufig verwendete Pronominaladverbien
| Präposition | Bezug | Frage |
|---|---|---|
| auf | darauf | worauf |
| an | daran | woran |
| über | darüber | worüber |
| mit | damit | womit |
| für | dafür | wofür |
| von | davon | wovon |
| bei | dabei | wobei |
| zu | dazu | wozu |
| in | darin | worin |
Pronominaladverbien mit Verben und Präpositionen
Pronominaladverbien treten besonders häufig bei Verben auf, die fest mit einer bestimmten Präposition verbunden sind.
warten auf → darauf / worauf
- Ich warte auf den Bus.
- Ich warte darauf.
- Worauf wartest du?
denken an → daran / woran
- Ich denke an die Prüfung.
- Ich denke daran.
- Woran denkst du?
sprechen über → darüber / worüber
- Wir sprechen über das Problem.
- Wir sprechen darüber.
- Worüber sprecht ihr?
sich interessieren für → dafür / wofür
- Sie interessiert sich für deutsche Geschichte.
- Sie interessiert sich dafür.
- Wofür interessiert sie sich?
Pronominaladverbien können sich auch auf ganze Sätze beziehen
Ein Pronominaladverb kann sich nicht nur auf ein einzelnes Nomen, sondern auch auf einen Sachverhalt oder einen ganzen Satz beziehen.
Beispiele:
- Er hat die Prüfung bestanden. Ich freue mich darüber.
- Sie kommt morgen. Ich rechne damit.
- Wir fahren im Sommer nach Berlin. Ich freue mich darauf.
Unterschied zwischen „damit“ als Adverb und Konjunktion
Das Wort „damit“ kann unterschiedliche grammatische Funktionen haben.

Pronominaladverb:
- Ich öffne die Flasche mit diesem Werkzeug.
- Ich öffne die Flasche damit.
Hier ersetzt „damit“ die Verbindung „mit diesem Werkzeug“.
Konjunktion:
- Ich lerne viel, damit ich die Prüfung bestehe.
Hier leitet „damit“ einen Finalsatz ein und bedeutet sinngemäß „mit dem Ziel, dass“.
In diesem Satz ist „damit“ also kein Pronominaladverb.
Häufige Fehler bei Pronominaladverbien
- Pronominaladverb für eine Person verwenden:
❌ Ich warte auf meinen Bruder. Ich warte darauf.
✅ Ich warte auf ihn. - „r“ vor einem Vokal vergessen:
❌ daauf
✅ darauf
❌ woan
✅ woran - Falsche Präposition verwenden:
❌ Ich denke darüber die Prüfung.
✅ Ich denke an die Prüfung.
✅ Ich denke daran. - Relativpronomen und Pronominaladverb verwechseln:
Das ist die Frau, mit der ich arbeite. → Person
Das ist das Programm, mit dem ich arbeite. → konkretes Bezugswort im Relativsatz
Ich arbeite mit dem Programm. Ich arbeite damit. → Pronominaladverb
Übungen zu Pronominaladverbien
Ergänzen Sie das passende Pronominaladverb.
- Ich freue mich auf den Urlaub. Ich freue mich ______.
- Wir sprechen über das Problem. Wir sprechen ______.
- ______ denkst du? – An meine Prüfung.
- Sie interessiert sich für Musik. Sie interessiert sich ______.
- ______ hast du die Tür geöffnet? – Mit diesem Schlüssel.
Lösungen:
- darauf
- darüber
- Woran
- dafür
- Womit
Weitere Informationen zu Präpositionen finden Sie in unserem Beitrag zu Präpositionen mit Akkusativ und Dativ.
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