Reflexivpronomen sind ein wichtiger Bestandteil der deutschen Grammatik. Sie beziehen sich auf das Subjekt eines Satzes zurück und werden häufig verwendet, wenn die handelnde Person zugleich von der Handlung betroffen ist.
Typische Reflexivpronomen sind mich, mir, dich, dir, sich, uns und euch. Sie können je nach Satz im Akkusativ oder Dativ stehen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Reflexivpronomen es im Deutschen gibt, wie sie richtig verwendet werden und wann Akkusativ oder Dativ erforderlich ist.
Was sind Reflexivpronomen?
Ein Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt desselben Satzes zurück.
Beispiele:
- Ich wasche mich.
- Du beeilst dich.
- Er freut sich.
- Wir setzen uns.
Im Satz „Ich wasche mich“ beziehen sich „ich“ und „mich“ auf dieselbe Person. Die Person führt die Handlung also an sich selbst aus.
Welche Reflexivpronomen gibt es im Deutschen?
Die Form des Reflexivpronomens richtet sich nach der Person und danach, ob es im Akkusativ oder Dativ steht.
| Personalpronomen | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er / sie / es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie | sich | sich |
| Sie | sich | sich |
Besonders wichtig ist die Form „sich“. Sie wird für die 3. Person Singular und Plural sowie für die Höflichkeitsform verwendet.
Wie verwendet man Reflexivpronomen? 
Das Reflexivpronomen muss zur Person des Subjekts passen.
Beispiele:
- Ich wasche mich jeden Morgen.
- Du interessierst dich für Musik.
- Er erinnert sich an den Termin.
- Wir freuen uns auf die Ferien.
- Ihr bereitet euch auf die Prüfung vor.
- Sie beeilen sich.
Ein häufiger Fehler besteht darin, ein Reflexivpronomen zu verwenden, das nicht zur Person des Subjekts passt.
Falsch:
- ❌ Ich freue sich.
Richtig:
- ✅ Ich freue mich.
Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ
Reflexivpronomen können im Deutschen im Akkusativ oder im Dativ stehen. Welcher Kasus verwendet wird, hängt von der jeweiligen Konstruktion ab.
Reflexivpronomen im Akkusativ
Bei vielen reflexiven Verben steht das Reflexivpronomen im Akkusativ.
Beispiele:
- Ich erinnere mich an den Termin.
- Du beeilst dich.
- Sie freut sich auf den Urlaub.
- Wir interessieren uns für Geschichte.
Reflexivpronomen im Dativ
Ein Reflexivpronomen steht häufig im Dativ, wenn zusätzlich ein Akkusativobjekt vorhanden ist.
Beispiele:
- Ich wasche mir die Hände.
- Du putzt dir die Zähne.
- Sie kämmt sich die Haare.
- Wir kaufen uns ein neues Buch.
Im Satz „Ich wasche mir die Hände“ steht „mir“ im Dativ und „die Hände“ im Akkusativ.
Wann steht das Reflexivpronomen im Akkusativ?
Das Reflexivpronomen steht bei vielen reflexiven Verben im Akkusativ, wenn kein anderes Akkusativobjekt vorhanden ist.
Beispiele:
- Ich wasche mich.
- Du setzt dich.
- Er verletzt sich.
- Wir treffen uns.
Bei „Wir treffen uns“ kann „uns“ je nach Kontext auch eine gegenseitige, also reziproke Bedeutung haben: Wir treffen einander.
Wann steht das Reflexivpronomen im Dativ?
Steht zusätzlich ein Akkusativobjekt im Satz, kann das Reflexivpronomen im Dativ stehen.
Vergleich:
- Ich wasche mich. → Akkusativ
- Ich wasche mir die Hände. → „mir“ = Dativ, „die Hände“ = Akkusativ
Ein weiteres Beispiel:
- Du kämmst dich.
- Du kämmst dir die Haare.
Reflexive und nicht reflexive Verwendung
Einige Verben können sowohl reflexiv als auch nicht reflexiv verwendet werden. Dadurch verändert sich, auf wen oder was sich die Handlung richtet.
Nicht reflexive Verwendung
Beispiel:
- Er zieht den Mantel an.
Die Handlung richtet sich auf den Mantel. Das Verb wird hier nicht reflexiv verwendet.
Reflexive Verwendung
Beispiel:
- Er zieht sich an.
Hier bezieht sich die Handlung auf das Subjekt selbst.
Ein weiteres Beispiel:
- Die Mutter wäscht das Kind.
- Die Mutter wäscht sich.
Welche reflexiven Verben gibt es?
Einige Verben werden im Deutschen besonders häufig reflexiv verwendet.
- sich freuen: Ich freue mich auf das Wochenende.
- sich interessieren: Sie interessiert sich für Kunst.
- sich erinnern: Er erinnert sich an seine Schulzeit.
- sich beeilen: Ihr müsst euch beeilen.
- sich vorbereiten: Wir bereiten uns auf die Prüfung vor.
- sich entschuldigen: Sie entschuldigt sich für den Fehler.
- sich anmelden: Ich melde mich für den Kurs an.
- sich setzen: Bitte setzen Sie sich.
Bei vielen reflexiven Verben gehört außerdem eine bestimmte Präposition zur Verbindung.
Beispiele:
- sich freuen auf
- sich interessieren für
- sich erinnern an
- sich entschuldigen für
- sich vorbereiten auf
Häufige Fehler bei Reflexivpronomen
- Reflexivpronomen vergessen:
❌ Ich interessiere für Kunst.
✅ Ich interessiere mich für Kunst. - Falsche Person verwenden:
❌ Ihr müsst sich beeilen.
✅ Ihr müsst euch beeilen. - Akkusativ und Dativ verwechseln:
❌ Ich wasche mich die Hände.
✅ Ich wasche mir die Hände. - Falsche Präposition verwenden:
❌ Ich interessiere mich an Kunst.
✅ Ich interessiere mich für Kunst.
Übungen zu Reflexivpronomen
Ergänzen Sie das passende Reflexivpronomen.
- Er wäscht ______ jeden Morgen gründlich.
- Ihr solltet ______ besser auf die Prüfung vorbereiten.
- Wir treffen ______ morgen mit Freunden.
- Ich erinnere ______ an den Termin.
- Du kannst ______ ein Buch ausleihen.
- Hast du ______ schon die Zähne geputzt?
Lösungen:
- sich
- euch
- uns
- mich
- dir
- dir
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