Was ist ein Adverb? Erklärung, Arten und Beispiele
Adverbien sind unveränderliche Wörter, die nähere Informationen über einen Ort, eine Zeit, einen Grund oder die Art und Weise eines Geschehens geben. Typische Adverbien sind zum Beispiel „heute“, „dort“, „deshalb“ und „gern“.
Adverbien können sich auf ein Verb, ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder sogar auf einen ganzen Satz beziehen.
Beispiele:
- Wir treffen uns heute.
- Das Buch liegt dort.
- Es regnet. Deshalb bleiben wir zu Hause.
- Sie lernt gern Deutsch.
Adverbien werden kleingeschrieben, sofern sie nicht am Anfang eines Satzes stehen. Außerdem werden sie nicht dekliniert. Ihre Form verändert sich also nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Adverbien und Adjektiven?
Adjektive und Adverbien werden verwendet, um etwas genauer zu beschreiben. Sie erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Ein Adjektiv beschreibt normalerweise ein Nomen, also eine Person, eine Sache oder ein Lebewesen.
Beispiel:
- Das ist ein schnelles Auto.
- Der alte Mann wartet an der Haltestelle.
Steht ein Adjektiv vor einem Nomen, wird es dekliniert. Deshalb verändert sich seine Endung:
- ein schnelles Auto
- eine schnelle Fahrt
- die schnellen Autos
Ein Adverb ist dagegen unveränderlich und beschreibt zum Beispiel, wann, wo, warum oder wie etwas geschieht.
Beispiele:
- Wir fahren heute nach Berlin.
- Das Auto steht draußen.
- Es war kalt. Deshalb trug er eine Jacke.
- Sie lernt gern Deutsch.
Ist „schnell“ ein Adjektiv oder ein Adverb?
Das Wort „schnell“ ist grundsätzlich ein Adjektiv. Es kann jedoch unterschiedlich verwendet werden.
Attributive Verwendung:
- Das ist ein schnelles Auto.
Hier beschreibt „schnelles“ das Nomen „Auto“ und erhält eine Endung.
Prädikative Verwendung:
- Das Auto ist schnell.
Hier steht das Adjektiv nach dem Verb „sein“ und wird nicht dekliniert.
Adverbiale Verwendung:
- Das Auto fährt schnell.
Hier beschreibt „schnell“, wie das Auto fährt. Es handelt sich um ein adverbial verwendetes Adjektiv. Das Wort bleibt dabei unverändert.
Diese Unterscheidung ist wichtig: Nicht jedes Wort, das ein Verb näher beschreibt, ist automatisch ein eigenständiges Adverb.
Welche Arten von Adverbien gibt es?
Adverbien werden entsprechend ihrer Bedeutung in verschiedene Gruppen eingeteilt. Zu den wichtigsten Gruppen gehören Lokaladverbien, Temporaladverbien, Kausaladverbien und Modaladverbien.
Lokaladverbien: Wo geschieht etwas?
Lokaladverbien machen Angaben zu einem Ort oder einer Richtung. Man fragt nach ihnen mit „wo?“, „wohin?“ oder „woher?“.
Typische Lokaladverbien:
- hier
- dort
- draußen
- oben
- unten
- überall
- nirgends
- dorthin
- daher
Beispiele:
- Kartoffeln kann man überall kaufen.
- Das Buch liegt dort.
- Die Kinder spielen draußen.
- Wir gehen dorthin.
Frage: Wo kann man Kartoffeln kaufen?
Antwort: Überall.
Temporaladverbien: Wann geschieht etwas?
Temporaladverbien geben Auskunft über einen Zeitpunkt, eine Dauer oder eine Häufigkeit. Man fragt nach ihnen zum Beispiel mit „wann?“, „wie lange?“ oder „wie oft?“.
Typische Temporaladverbien:
- heute
- morgen
- gestern
- morgens
- abends
- mittags
- bald
- immer
- manchmal
- nie
Beispiele:
- Wir treffen uns abends.
- Der Unterricht beginnt morgen.
- Sie kommt manchmal zu spät.
Frage: Wann treffen wir uns?
Antwort: Abends.
Kausaladverbien: Warum geschieht etwas?
Kausaladverbien geben einen Grund oder eine Folge an. Man fragt nach ihnen mit „warum?“, „weshalb?“ oder „wieso?“.
Typische Kausaladverbien:
- deshalb
- deswegen
- darum
- daher
- folglich
Beispiele:
- Es ist draußen kalt. Deshalb ziehe ich eine dicke Jacke an.
- Der Zug hatte Verspätung. Darum kam sie zu spät.
- Er war krank. Deswegen blieb er zu Hause.
Frage: Warum ziehst du eine dicke Jacke an?
Antwort: Weil es draußen kalt ist. Deshalb ziehe ich eine dicke Jacke an.
Modaladverbien: Wie geschieht etwas?
Modaladverbien beschreiben die Art und Weise eines Geschehens. Man fragt nach ihnen häufig mit „wie?“.
Typische Modaladverbien:
- gern
- anders
- genauso
- so
- vergebens
- absichtlich
- vielleicht
Beispiele:
- Ich lerne gern Deutsch.
- Sie macht es anders.
- Er hat die Tür absichtlich geschlossen.
- Vielleicht kommt sie später.
Frage: Wie lernst du Deutsch?
Antwort: Gern.
Wie erkennt man ein Adverb?
Mit diesen Merkmalen können Sie Adverbien leichter erkennen:
- Adverbien werden nicht dekliniert.
- Ihre Form bleibt unverändert.
- Sie beantworten häufig Fragen wie „wann?“, „wo?“, „warum?“ oder „wie?“.
- Sie können sich auf ein Verb, ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder einen ganzen Satz beziehen.
Beispiel mit einem Adjektiv:
- Das Auto ist alt.
- Das alte Auto steht draußen.
Das Adjektiv „alt“ kann vor dem Nomen stehen und erhält dann eine Endung.
Beispiel mit einem Adverb:
- Die Vorstellung ist heute.
Man kann nicht sagen: „die heute Vorstellung“. Das Adverb „heute“ kann nicht wie ein Adjektiv dekliniert und unmittelbar vor das Nomen gesetzt werden. Richtig wäre beispielsweise:
- die heutige Vorstellung
„Heutige“ ist in diesem Satz ein vom Adverb „heute“ abgeleitetes Adjektiv.
Testen Sie Ihr Wissen
Entscheiden Sie, ob das hervorgehobene Wort ein Adjektiv, ein Adverb oder ein adverbial verwendetes Adjektiv ist.
- Mama backt einen leckeren Kuchen.
- Das Mädchen hüpft schnell über den Weg.
- Morgens beginnt die Schule.
- Das Meeting findet oben im zweiten Stock statt.
Lösungen
- leckeren – Adjektiv: Das Wort beschreibt das Nomen „Kuchen“ und wird dekliniert.
- schnell – adverbial verwendetes Adjektiv: Das Wort beschreibt, wie das Mädchen hüpft.
- morgens – Temporaladverb: Das Wort gibt an, wann die Schule beginnt.
- oben – Lokaladverb: Das Wort gibt an, wo das Meeting stattfindet.
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