Reflexivpronomen sind Pronomen, die sich auf das Subjekt eines Satzes zurückbeziehen. Typische Formen sind mich, mir, dich, dir, sich, uns und euch. Sie werden besonders häufig zusammen mit reflexiven Verben wie sich freuen, sich interessieren oder sich erinnern verwendet.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Reflexivpronomen es im Deutschen gibt, wann sie im Akkusativ oder Dativ stehen und wie sich reflexive und reziproke Verwendungen unterscheiden.
Was sind Reflexivpronomen?
Ein Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt desselben Satzes zurück. Subjekt und Reflexivpronomen beziehen sich also auf dieselbe Person oder Sache.
Beispiele:
- Ich sehe mich im Spiegel.
- Du wäschst dich.
- Sie freut sich auf den Urlaub.
- Wir treffen uns morgen.
Im ersten Beispiel beziehen sich „ich“ und „mich“ auf dieselbe Person.
In der 1. und 2. Person entsprechen die Formen der Reflexivpronomen den entsprechenden Formen der Personalpronomen. In der 3. Person Singular und Plural sowie bei der Höflichkeitsform lautet das Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ immer sich.
Wie werden Reflexivpronomen verwendet?
Reflexivpronomen werden verwendet, wenn sich eine Handlung auf das Subjekt selbst zurückbezieht.
Beispiele:
- Ich wasche mich.
- Du beeilst dich.
- Er interessiert sich für Geschichte.
- Wir freuen uns auf die Ferien.
- Ihr setzt euch auf die Stühle.
Das Reflexivpronomen richtet sich nach der Person und Zahl des Subjekts.
Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ
Reflexivpronomen können im Deutschen im Akkusativ oder im Dativ stehen.
| Personalpronomen | Reflexivpronomen Akkusativ | Reflexivpronomen Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er / sie / es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie | sich | sich |
| Sie | sich | sich |
Reflexivpronomen im Akkusativ
Bei vielen reflexiven Verben steht das Reflexivpronomen im Akkusativ.
Beispiele:
- Ich freue mich.
- Du beeilst dich.
- Er erinnert sich an den Termin.
- Wir interessieren uns für Sprachen.
Reflexivpronomen im Dativ
Steht zusätzlich ein Akkusativobjekt im Satz, verwendet man bei einigen Konstruktionen das Reflexivpronomen im Dativ.
Beispiele:
- Ich wasche mir die Hände.
- Du putzt dir die Zähne.
- Sie kämmt sich die Haare.
- Wir kaufen uns ein neues Buch.
Im Satz „Ich wasche mir die Hände“ ist „die Hände“ das Akkusativobjekt. Deshalb steht das Reflexivpronomen „mir“ im Dativ.
Wann steht das Reflexivpronomen im Akkusativ?
Das Reflexivpronomen steht häufig im Akkusativ, wenn kein anderes Akkusativobjekt vorhanden ist.
Beispiele:
- Ich wasche mich.
- Du setzt dich.
- Er freut sich.
Wann steht das Reflexivpronomen im Dativ?
Bei bestimmten Konstruktionen steht das Reflexivpronomen im Dativ, wenn zusätzlich ein Akkusativobjekt vorhanden ist.
Vergleich:
- Ich wasche mich. → Akkusativ
- Ich wasche mir die Hände. → „mir“ = Dativ, „die Hände“ = Akkusativ
Ein weiteres Beispiel:
- Du kämmst dich.
- Du kämmst dir die Haare.
Was ist der Unterschied zwischen reflexiv und reziprok?
Reflexivpronomen können nicht nur rückbezüglich, sondern in bestimmten Sätzen auch reziprok verwendet werden.
Reflexiv bedeutet, dass eine Handlung auf die handelnde Person selbst zurückgeht.
- Ich wasche mich. → Ich wasche mich selbst.
- Er verletzt sich. → Er verletzt sich selbst.
Reziprok bedeutet dagegen, dass zwei oder mehrere Personen gegenseitig handeln. Die Bedeutung entspricht häufig „einander“.
- Wir sehen uns jeden Tag. → Wir sehen einander.
- Wir kennen uns schon lange. → Wir kennen einander.
- Die beiden Freunde helfen sich. → Sie helfen einander.
Reziproke Beziehungen setzen mindestens zwei Beteiligte voraus. Sie treten daher typischerweise bei pluralischen oder mehreren miteinander verbundenen Subjekten auf.
Echte und unechte reflexive Verben
Echte reflexive Verben
Bei echten reflexiven Verben gehört das Reflexivpronomen fest zum Verb. Ohne Reflexivpronomen wird das Verb entweder nicht verwendet oder erhält eine andere Bedeutung.
Typische Beispiele:
- sich beeilen: Ich beeile mich.
- sich erkälten: Sie hat sich erkältet.
- sich schämen: Er schämt sich.
- sich befinden: Das Hotel befindet sich im Zentrum.
Unechte reflexive Verben
Andere Verben können sowohl reflexiv als auch nicht reflexiv verwendet werden. Das Reflexivpronomen ist dann nicht fester Bestandteil des Verbs.
Ein typisches Beispiel ist das Verb waschen.
- Die Mutter wäscht ihr Baby.
- Die Mutter wäscht sich.
Im ersten Satz richtet sich die Handlung auf eine andere Person. Im zweiten Satz sind die handelnde Person und die Person, auf die sich die Handlung richtet, identisch.
Weitere Beispiele:
- Ich sehe meinen Freund. / Ich sehe mich im Spiegel.
- Sie verletzt ihren Gegner. / Sie verletzt sich.
Häufige reflexive Verben im Deutschen
Zu den häufig verwendeten reflexiven Verben und Wendungen gehören:
- sich freuen
- sich interessieren
- sich erinnern
- sich beeilen
- sich treffen
- sich vorstellen
- sich entschuldigen
- sich setzen
- sich fühlen
- sich vorbereiten
- sich anmelden
- sich entscheiden
Bei vielen reflexiven Verben gehört außerdem eine bestimmte Präposition zur Konstruktion.
Beispiele:
- sich interessieren für etwas
- sich freuen auf etwas
- sich erinnern an etwas
- sich entschuldigen für etwas
Häufige Fehler bei Reflexivpronomen
- Reflexivpronomen vergessen:
❌ Ich interessiere für Geschichte.
✅ Ich interessiere mich für Geschichte. - Falsche Person:
❌ Du beeilst mich.
✅ Du beeilst dich. - Akkusativ und Dativ verwechseln:
❌ Ich wasche mich die Hände.
✅ Ich wasche mir die Hände. - Falsche Präposition:
❌ Ich interessiere mich an Deutsch.
✅ Ich interessiere mich für Deutsch.
Übungen zu Reflexivpronomen
Ergänzen Sie das passende Reflexivpronomen.
- Ich treffe ______ jeden Dienstag mit meiner Freundin in einem Restaurant.
- Wir interessieren ______ sehr für Geschichte.
- Du musst ______ beeilen, sonst verpasst du deinen Zug.
- Hast du ______ schon die Zähne geputzt?
- Ich möchte ______ gerne vorstellen. Mein Name ist Sabine.
Lösungen:
- mich
- uns
- dich
- dir
- mich
Lesen Sie auch unseren Beitrag zu Personalpronomen.
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