Lokaladverbien im Deutschen: Ort und Richtung

Lokaladverbien im Deutschen mit Wo, Wohin und Woher

Lokaladverbien beschreiben im Deutschen einen Ort oder eine Richtung. Mit ihnen kann man zum Beispiel ausdrücken, wo sich eine Person oder Sache befindet, wohin sich jemand bewegt oder woher jemand kommt.

Man unterscheidet dabei vor allem zwischen Ortsadverbien und Richtungsadverbien.

In diesem Beitrag lernen Sie wichtige Lokaladverbien wie hier, dort, draußen, hinein, hinaus, dorthin und hierher kennen und erfahren, wie man sie richtig verwendet.

Was sind Lokaladverbien?

Lokaladverbien gehören zu den Adverbien. Sie geben Informationen über einen Ort oder eine Richtung.

Man kann sie häufig mit folgenden Fragen erkennen:

  • Wo? → Ort
  • Wohin? → Richtung zu einem Ziel
  • Woher? → Richtung von einem Ausgangspunkt

Beispiele:

  • Wo steht dein Auto? – Mein Auto steht dort.
  • Wo spielen die Kinder? – Sie spielen draußen.
  • Wohin gehst du? – Ich gehe nach Hause.
  • Wohin soll ich fahren? – Fahr nach links.

Was ist der Unterschied zwischen Orts- und Richtungsadverbien?

Ortsadverbien beschreiben, wo sich eine Person oder Sache befindet.

Beispiele:

  • Das Auto steht dort.
  • Die Kinder spielen draußen.
  • Meine Tasche liegt hier.

Richtungsadverbien beschreiben dagegen eine Bewegung zu einem Ort oder von einem Ort weg.

Beispiele:

  • Komm bitte herein.
  • Geh bitte hinaus.
  • Stell die Tasche dorthin.

Welche Ortsadverbien gibt es?

hier, da und dort

Diese Adverbien beschreiben einen bestimmten Ort.

  • Treffen wir uns morgen wieder hier?
  • Dort warten meine Eltern auf mich.
  • Schau mal, da kommt mein Bruder.

innen und außen

„Innen“ und „außen“ bezeichnen einen Bereich innerhalb beziehungsweise außerhalb von etwas.

  • Von außen sieht das Haus sehr modern aus.
  • Der Schlüssel steckt von innen.

drinnen und draußen

„Drinnen“ bedeutet innerhalb eines Gebäudes oder Raumes. „Draußen“ bedeutet außerhalb.

  • Die Kinder spielen draußen.
  • Wir bleiben heute lieber drinnen.

links und rechts

  • In Großbritannien fährt man links.
  • Da vorne rechts steht unser Auto.

überall, irgendwo und nirgendwo

  • Überall im Park saßen Menschen.
  • Hast du irgendwo meine Brille gesehen?
  • Ich kann meinen Schlüssel nirgendwo finden.

vorn und hinten

  • Wartest du vorn am Haupteingang?
  • Das Auto steht hinten auf dem Parkplatz.

Welche Richtungsadverbien gibt es?

hinein und hinaus

  • Sie geht in das Geschäft hinein.
  • Er läuft aus dem Gebäude hinaus.

vorwärts und rückwärts

  • Fahr bitte langsam vorwärts.
  • Ich kann gut rückwärts einparken.

nach links, nach rechts und geradeaus

  • Fahren Sie an der Kreuzung nach links.
  • Danach fahren Sie nach rechts.
  • Gehen Sie immer geradeaus.

dahin, hierhin und dorthin

  • Ich möchte wieder dahin fahren.
  • Stell die Tasche bitte hierhin.
  • Setzen wir uns dorthin. Dort ist Schatten.

Was bedeuten „hin“ und „her“?

Viele Richtungsadverbien enthalten die Bestandteile hin oder her.

Der Unterschied hängt von der Perspektive des Sprechers ab:

  • hin → Bewegung vom Sprecher weg
  • her → Bewegung zum Sprecher hin

Beispiele:

  • Geh bitte hinaus. → vom Sprecher weg
  • Komm bitte herein. → zum Sprecher hin
  • Stell den Karton dorthin.
  • Bring den Karton hierher.

Was ist der Unterschied zwischen hinein und herein?

Beide Wörter beschreiben eine Bewegung nach innen. Der Unterschied liegt in der Perspektive.

  • hinein → vom Sprecher weg nach innen
  • herein → zum Sprecher hin nach innen

Beispiele:

  • Sie können jetzt zum Chef hineingehen.
  • Kommen Sie bitte herein.

Ähnlich funktionieren weitere Paare:

vom Sprecher wegzum Sprecher hin
hinausheraus
hinaufherauf
hinunterherunter
hinüberherüber

Welche Kurzformen gibt es in der Umgangssprache?

In der gesprochenen deutschen Sprache werden einige Richtungsadverbien häufig verkürzt.

  • hinüber / herüber → rüber
  • hinauf / herauf → rauf
  • hinunter / herunter → runter
  • hinaus / heraus → häufig raus
  • hinein / herein → häufig rein

Beispiele:

  • Komm bitte rein!
  • Geh bitte raus!
  • Komm schnell runter!

Diese Formen sind besonders in der Alltagssprache üblich. In formellen Texten sind die vollständigen Formen häufig geeigneter.

Häufige Fehler bei Lokaladverbien

  • „hin“ und „her“ verwechseln:
    „hin“ = vom Sprecher weg
    „her“ = zum Sprecher hin
  • Wo und Wohin verwechseln:
    Wo bist du? – Ich bin dort.
    Wohin gehst du? – Ich gehe dorthin.
  • Ortsangabe und Richtung verwechseln:
    Ich bin draußen. → Ort
    Ich gehe hinaus. → Richtung

Übungen zu Lokaladverbien

Ergänzen Sie ein passendes Lokaladverb.

  1. Wo ist mein Auto? – Es steht ______.
  2. Die Kinder möchten nicht drinnen spielen. Sie gehen ______.
  3. Komm bitte ______! Ich bin im Wohnzimmer.
  4. Stell den Stuhl bitte ______ neben den Tisch.
  5. Fahren Sie zuerst geradeaus und dann nach ______.
  6. Ich finde meine Brille ______.

Mögliche Lösungen:

  1. dort
  2. hinaus
  3. herein
  4. dorthin
  5. links / rechts
  6. nirgendwo

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